Geschichte
des Fränkischen Theaters Schloss Maßbach

Lena Hutter und Oskar Ballhaus in "Die liebe Familie"
von Felicity Douglas
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Aus der Kulturlandschaft Frankens ist das Fränkische
Theater Schloss Maßbach nicht mehr wegzudenken:
Seit 60 Jahren bespielt es nicht nur die
eigenen Spielstätten, das Intime Theater im
Schloss, das Theater im Pferdestall (TiP) und die
Freilichtbühne, sondern auch 25 Gastspielorte,
von Fürth bis Aschaffenburg, von Schweinfurt
bis Pfronten, also auch Orte jenseits der Grenzen
Frankens. Es ist das am längsten bestehende
staatlich subventionierte private Gastspieltheater
Deutschlands und erfüllt die Funktionen einer
Landesbühne.
Gegründet wurde es 1946 in Coburg von Lena
Hutter und Oskar Ballhaus, beide vor
dem Krieg Schauspieler in Berlin. Im Frühjahr
1948 übersiedelte das Ensemble, das sich inzwischen
zusammengefunden hatte, nach Schloss Wetzhausen
(Landkreis Schweinfurt), wo die Schauspieler ihr
erstes festes Domizil fanden und damit die Idee
verwirklichen konnten, die sie leitete: Ein Theater
zu gründen, das aus dem Geist der Gemeinschaft
lebt. Sie wohnten und arbeiteten zusammen und teilten
in der schweren Zeit nach der Währungsreform
das Wenige miteinander, das sie durch ihre Aufführungen
erspielten, oft waren es Naturalien.

Oskar Ballhaus 
Herbert Heinz 
Lena Hutter |
Sie gewannen bald ein begeistertes Publikum und
überzeugten durch künstlerische Leistung
und Engagement, so dass sie im Jahr 1950 vom Bayerischen
Kultusministerium als subventionswürdig anerkannt
wurden und ihren ersten Zuschuss erhielten. Von
da an kamen mit jedem Jahr neue Spielorte und neues
Publikum hinzu. 1955 übersiedelte das Fränkische
Theater nach Schloss Stöckach (Landkreis Hofheim),
nachdem die Wasserversorgung und die bauliche Beschaffenheit
des Schlosses Wetzhausen immer schlechter wurden
und eine Renovierung außerhalb der finanziellen
Möglichkeiten des Theaters lag.
Da in Stöckach keine Möglichkeit bestand,
im eigenen Haus zu spielen, war es für das
Fränkische Theater eine überaus glückliche
Lösung, im Jahr 1960 durch die Vermittlung
des damaligen Kurdirektors von Bad Kissingen, Dr.
Göbig, nach Schloss Maßbach übersiedeln
zu können, wo das Theater die Arbeits- und
Wohnmöglichkeiten fand, die sich bis heute
als ideal erwiesen haben. Bereits 1961 wurde dort
auch die Freilichtbühne erbaut.
Inzwischen hatte sich das Spielgebiet von Unterfranken
über Oberfranken bis Hessen ausgedehnt, es
wurden durchschnittlich 10 Inszenierungen pro Spielzeit
herausgebracht, und 1963 überschritt die Zahl
der Vorstellungen erstmals 200 Aufführungen
mit ca. 50.000 Zuschauern.
Am 6. Oktober 1972 starb Oskar Ballhaus.
Das Theater wurde von Lena Heinz-Hutter und
ihrem Mann Herbert Heinz, der schon seit
den Anfängen des Theaters als Schauspieler
und Spielleiter dabei war, weitergeführt. Ab
der Spielzeit 2000/2001 gehörte Anne Maar als
Geschäftsführerin zum Leitungsteam. Seit
dem Tod von Herbert Heinz (28. Mai 2002) und Lena
Hutter (18. Dezember 2003) leitet Anne Maar
das Theater.
Etliche Prominente haben am Fränkischen Theater
gastiert so z.B. Gila von Weitershausen, Kristina
Söderbaum, Peer Augustinski und Gert Burkard.
Till Demtrøder war als junger Schauspieler
hier engagiert, ebenso wie Guido Hammesfahr oder
Wolfgang Wagner. Einige standen bei uns sogar zum
ersten Mal auf der Bühne, wie Otto Mächtlinger,
Traugott Buhre und Claus Eberth.

Michael Ballhaus 
Paul Maar |
Michael Ballhaus, der berühmte Hollywood-Kameramann,
hat seine Laufbahn als Theaterfotograf am Fränkischen
Theater begonnen. Im April 2004 verfilmte er die
Gespenster-Inszenierung des Fränkischen Theaters
Schloss Maßbach.
Paul Maar, einer der meistgespielten Theaterautoren
Deutschlands, hat seine ersten Erfahrungen mit dem
Theater als Bühnenbildner, Grafiker und Fotograf
am Fränkischen Theater gemacht. Inzwischen
wurden acht seiner Kindertheaterstücke dort
uraufgeführt.
Das
Fränkische Theater Schloss Maßbach heute
Die Idee "Theater aus dem Geist der Gemeinschaft"
wird in Maßbach immer noch verwirklicht: Die
Schauspieler wohnen im Schloss, wo sie auch arbeiten.
Durch das gemeinschaftliche Wohnen und Arbeiten ergibt
sich eine besondere Intensität des Zusammenspiels.
In der Spielzeit 2007/2008 brachte das Fränkische
Theater elf Inszenierungen, darunter ein Jugendstück
im TiP (Theater im Pferdestall) und zwei Kinderstücke,
heraus und spielte 307 Vorstellungen vor 67.083 Zuschauern.
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