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Big Deal ?
Jugendstück von David S. Craig
Aus dem Englischen von Anke Ehlers
 
Regie: Sandra Lava
Bühne: Melanie Alsdorf , Kostüme: Jutta Reinhard, Licht & Ton: Robert Werthmann
mit Nilz Bessel    Iris Faber    Stefan Krischke                           
 
Er raucht Hasch. Na und? Ist doch nicht ungewöhnlich für einen Sechzehnjährigen!? Immerhin lässt er die Finger von Ecstasy, Crystal und anderen Drogen. Was heißt hier andere? Hasch ist doch keine Droge! Hasch ist etwas Natürliches, ein Kraut, Gras! Viel harmloser als Kaffee oder Alkohol! Er weiß alles über Hasch. Nur hat er sich dummerweise erwischen lassen mit einem Depot von dem Zeug. Das hatte er im Keller versteckt, um seine Freunde damit zu versorgen. So was nennt man Dealen, was natürlich völliger Unsinn ist. Er wollte sich ja gar nicht daran bereichern. Aber das mache mal einer diesen Leuten beim Jugendgericht klar. Oder der Frau bei der Drogenberatung! Schuld ist sein Vater. Der hat die Polizei geholt, als diese wilde Party in seinem Hause abging. Sein Sohn hatte sich ein paar Freunde eingeladen, und die brachten wieder ein paar Freunde mit. So war das eben. Er konnte ja nicht ahnen, dass die Eltern früher als geplant von ihrer Reise zurückkehren.

„Big Deal?” ist ein intensiver Schlagabtausch auf Augenhöhe. Das Stück stellt Positionen nebeneinander: Hier der intelligente und redegewandte Trent, dort die Drogenberaterin Alex, die Trent ernst nimmt und weiß, wovon sie spricht. Und dazwischen der besorgte und hilflose Vater. David S. Craig schreibt in seinem Vorwort: „‘Big Deal?’ ist weder ein Themen- noch ein Problemstück. Niemand soll hier verändert oder belehrt werden. Vielmehr geht es darum, politische und persönliche Wertvorstellungen auszuloten und dabei zu veranschaulichen, was in der Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn in Wahrheit passiert und was andererseits verleugnet wird.“

Hier kommen Sie zur Homepage des TiP: www.tip.schloss-massbach.de

E-Mail an die Produktion: tip@schloss-massbach.de

Soundtrack zu "Big Deal?" zum Download (Musik: Jochen Schneider)

Programmplakat zum Download
 

Nilz Bessel - Foto: Sebastian Worch
 
Saale-Zeitung Bad Kissingen
Sandra Lava hat „Big Deal?“ von David S. Craig im Maßbacher Theater im Pferdestall inszeniert, ein Kammerspiel für dreieinhalb Schauspieler - Robert Werthmann, eigentlich für Ton und Licht zuständig, bringt mal wortlos eine Tasse Kaffee vorbei. Sie hat mit Nilz Bessel (Trent), Stefan Krischke (Vater) und Iris Faber (Alex) drei außerordentlich vielschichtige Charaktere entwickelt und hat sie auf konzeptionell ganz klare Gleise gesetzt, auf denen sie aufeinander zu, vor allem aber aneinander vorbei fahren. (...) Am Ende der heftigen Auseinandersetzungen, die Sandra Lava auch choreographisch bezwingend gestaltet hat, sind alle drei geschwächt und atemlos. Aber die Frage wird nicht beantwortet, ob Trent wieder nach Hause zurückkehrt. Vater und Sohn gehen nicht einmal gemeinsam von der Bühne ab. Die Inszenierung ist geschickterweise nicht geschlossen, sie lässt keine abschließende Erkenntnis zu, sondern sie eröffnet eine ganze Reihe diskussionswürdiger Fragen, bei denen die Zuschauer, auch die jungen, selbst für sich Stellung beziehen müssen. Sandra Lava hat daraus kein moralisierendes Lehrstück über die Gefahr von Drogen gemacht, nach dem man zur Tagesordnung übergehen könnte, bei dem das Ergebnis vorhersehbar war. Sondern sie hat ein Stück über Verhaltensmodelle auf die Bühne gebracht, die jeder anders beurteilen kann. Und sie verteufelt niemanden, betreibt keine Sympathielenkung. Und auch das Hasch-Rauchen wird nicht begründet verurteilt: Kaffee macht zwar hektisch, aber Hasch vielleicht zumindest nicht blöd. Big Deal?
 

Iris Faber, Nilz Bessel - Foto: Sebastian Worch
 
Fuldaer Zeitung
Anti-Drogen-Theater, in dem mit dem Holzhammer gearbeitet wird, ist das Jugendtheater-Stück des renommierten kanadischen Autors und Regisseurs nicht. Zwar geht es vordergründig um den Genuss der Droge Marihuana, in Wirklichkeit aber ist das 60-Minuten-Stück eine intelligente und sehr realitätsnahe Auseinandersetzung mit der Pubertät und der Identitätsfindung im Kontext des „Experiments Familie“. (...) Vor diesem Hintergrund gewann die Handlung des Drei-Personen-Stücks Authentizität und Tiefgang, der die ungemein konzentriert mitgehenden Jugendlichen, die diesmal auf der Bühne platziert waren, von Anfang an einnahm für das Geschehen, das sich hautnah vor ihnen entfaltete. Das sicher auch, weil Regisseurin Sandra Lava mit dem jugendlich-ungestümen Nilz Bessel als Hauptfigur Trent ein Darsteller zur Verfügung stand, der vergessen ließ, dass es. sich nur um Theater handelte.
 

Nilz Bessel, Stefan Krischke - Foto: Sebastian Worch
 
Mainpost Würzburg
Im voll besetzten Maßbacher „Theater im Pferdestall“ kündigt sich das Unheil per Video an: Ausufernde Drogenparty, Polizei und Widerstand bei der Verhaftung mittels Klobürste. Trent, der lustige Kiffer, schlurft notgedrungen zur Drogenberatung. Was soll er dort? Was soll das überhaupt, wo Marihuana doch ein natürliches Kraut ist? Fragen über Fragen knallt der pubertäre, intelligente Lümmel der Anti-Drogen-Tante an den Kopf. Nilz Bessel fühlt sich in der Rolle des argwöhnischen, zwischen Zerknirschung und Euphorie springenden Joint-Konsumenten richtig wohl. (...) Unbelehrbar und unbeugsam urteilt Stefan Krischke als despotischer Vater über den missratenen Sprössling. (...) Zwischen den kämpfenden Generationen müht sich Iris Faber als Drogenberaterin um Ausgleich. Sie bringt weibliche Nachsicht ebenso geschickt ins Spiel wie knallharte Vorhaltungen und unumstößliche schmerzliche Wahrheiten. In heiklen Beratungssituationen hält sie die Fäden mit nachdrücklicher Ruhe in der Hand. Unter der Regie von Sandra Lava ist ein eindrucksvolles Jugendstück gelungen, das reichlich Zunder für hitzige Diskussionen in Familie und Schule birgt.
 

Nilz Bessel, Iris Faber - Foto: Sebastian Worch
 


 

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